Das Bewerbungsverfahren

Beim Bewerbungsprozess durchläuft man mehrere Stufen. Es fängt mit der Recherche über seine eigenen Stärken an und führt (hoffentlich) bis zur Unterschrift unter einem Arbeitsvertrag.

Stufe 1:
Selbstreflexion: Wofür wurde ich ausgebildet? Was kann ich gut? Was sind meine Stärken? Welche Vorteile biete ich einem Unternehmen?
All diese Punkte aufschreiben und nach Bedarf im Bewerbungsanschreiben einsetzen.
Gibt es Firmen, bei denen man sich bevorzugt bewerben möchte? Gibt es Firmen, bei denen man sich überhaupt nicht bewerben will?

Stufe 2:
Arbeitsplatzrecherche: Im Freundes-, Bekannten, Verwandtenkreis bekannt geben, dass man auf Arbeitsplatzsuche ist. Parallel in der WAZ, im Stadtspiegel, im Internet (Arbeitsagentur und andere Jobbörsen) recherchieren.   

Stufe 3:
Ist eine interessante Stelle dabei, heißt es weiter recherchieren. Passt das eigene Bewerberprofil zur Ausschreibung? Gibt es mehr als 50 % Übereinstimmung?
Informationen über die Firma einholen. Sei es mit Hilfe des Internets (Homepage und/oder Diskussionsforen) oder im Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis) nachfragen, ob jemand etwas über die Firma sagen kann.
Dieser Teil kann deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, als die 2. Stufe.

Stufe 4:
Den Lebenslauf aktualisieren und auf die jeweilige ausgeschriebene Stelle anpassen. Je älter der Bewerber/in ist, desto mehr Firmen und verschiedene Stellen kann man schon hinter sich haben. Nicht jede Arbeitserfahrung ist für alle Bewerbungen erforderlich. Zusammenfassen und gewichten kann hier von Vorteil sein.
Das Bewerbungsanschreiben (DIN 5008) darf nur eine DIN-A4-Seite lang sein. Alles, was über eine Seite hinausgeht, wird in der Regel von Personalverantwortlichen nicht gelesen und gelangt auf den Absage-Stapel. "In der Kürze liegt die Würze". Ein Personaler hat nicht die Zeit und Muße sich mit Schachtelsätzen und stilistisch ausgefeilten Sätzen zu befassen. Kurz und knapp ist die Devise. Die Informationen auf bis zu vier Absätze aufteilen.
Erster Absatz: Worauf bewirbt man sich und wieso!!!
Zweiter Absatz: Was befähigt einen dazu, den ausgeschriebenen Job auszuführen.
Dritter Absatz: Welche Softskills bringt man mit. Dabei auch die angesprochenen Softskills in der Anzeige beachten!!!
Vierter Absatz: Abschlussformel und gegebenenfalls Informationen über den Gehaltswunsch, sofern dies in der Jobanzeige gefordert wird.
Also, ein Bewerbungsanschreiben ist kein Buch mit sieben Sigeln. Trotzdem muss man sich nach jedem Satz fragen, ob man sich bei der Formulierung auch selbst einstellen würde.

Stufe 5:
Bewerbung und Lebenslauf nochmal überprüfen. Stimmt das Datum überein? Ist jeweils die Unterschrift drunter? (Bei Online-Bewerbungen die eingescannte Unterschrift?)
Bewerbung versenden. Entweder persönlich, per Post oder per Internet.
Sollte man Zeit haben, dann ist es zumindest kein Nachteil, wenn man die Bewerbung gleich persönlich abgibt. Einerseits weiß man dann, wie man dorthin kommt und andererseits könnte auch gleich das Vorstellungsgespräch folgen.
Bewerbung in eine Tabelle eintragen, damit man den Überblick behält, bei wem man sich beworben hat und von welcher Firma noch eine Antwort aussteht.

Stufe 6:
Nach spätestens vierzehn Tagen, sofern man keine Eingangsbestätigung erhalten hat, mit der Firma telefonieren und nach dem Stand des Bewerbungsverfahrens fragen. Das Ergebnis des Telefonats in die Tabelle eintragen.

Stufe 7:
Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch/Assessmentcenter (AC). Auch hier wieder Informationen über die Firma und Stelle sammeln und aufschreiben. Mit jemand anderem das Vorstellungsgespräch üben/simulieren. Fragen, die in Vorstellungsgesprächen gestellt werden können, gibt es zuhauf im Internet zu finden. Natürlich kann auch hier die Homepage der Arbeitsagentur weiter helfen. Checkliste erstellen und am Tag vor dem Vorstellungsgespräch abarbeiten.

Stufe 8:
Hoffentlich hat es mit dem Arbeitsvertrag geklappt. Dann Herzlichen Glückwunsch. Ansonsten wieder zur Stufe 2.

Viel Glück!

Häufig kommt die Frage, wann soll auf die Behinderung eingegangen werden. Hierzu folgt später noch ein Artikel.

(© Andreas Pauls)