Neues Pilotprojekt des Fachbereichs Soziales zur Vermittlung von Menschen mit Behinderungen in Beschäftigungen

Herne, 28.03.2018 Das städtische Inklusionsbüro hat zusammen mit der Leitung des Fachbereichs Soziales und dem Netzwerk Arbeit & Inklusion ein neues Pilotprojekt zur Vermittlung von Menschen mit Erwerbsminderung aufgrund von Krankheit oder Behinderung aus dem Leistungsbezug des Sozialgesetzbuches (SGB) XII initiiert.

Der Fachbereich Soziales der Stadt Herne verzeichnet seit einiger Zeit stark gestiegene Fallzahlen von Leistungsempfängerinnen und -empfängern mit Erwerbsminderung. Da es sich überwiegend um einen Personenkreis von jungen Menschen handelt, die von dauerhafter Arbeitslosigkeit bedroht sind, sieht die Leiterin des Fachbereichs Soziales und Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft Herne (GBH), Frau Brigitte Bartels, großen Handlungsbedarf.

Ihr ist es ein wichtiges Anliegen, durch Netzwerkarbeit die Vermittlungschancen dieses besonderen Personenkreises - möglichst auch unter Einbeziehung von weiteren Trägern und Bildungseinrichtungen wie z. B. der wewole Stiftung oder der GBH - zu erhöhen.

Ein vorrangiges Ziel wäre aber zunächst die Schaffung einer Tagesstruktur durch die Ausübung von niederschwelligen Aufgaben. Aufgrund der teilweise langjährigen Arbeitslosigkeit dieser Personen sind berufsvorbereitende Maßnahmen generell zielführender und nachhaltiger als eine direkte Vermittlung in eine Beschäftigung.

In einem weiteren Schritt sollen dann auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Personen abgestimmte Fortbildungs- und Beschäftigungsangebote geschaffen werden.

Ähnliche Initiativen gibt es bereits in anderen Gemeinden, die diesbezüglich gute Erfahrungen mit der Durchführung derartiger Projekte gemacht haben.

Die Auftaktveranstaltung zum Pilotprojet fand unter der Leitung des Inklusionsbüros am 21. Februar 2018 im Fachbereich Soziales statt.

Zusammen mit den Inklusionskoordinatoren Andreas Pauls und Hasan Oktay vom Netzwerk “Arbeit & Inklusion Mittleres Ruhrgebiet“, Frau Andrea Born vom Integrationsfachdienst Bochum/Herne (IFD) - zuständig für den Übergang von psychisch kranken Menschen aus Einrichtungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt - , Frau Brigitte Bartels, der Leiterin des Fachbereichs Soziales und Geschäftsführerin der GBH sowie den zuständigen Fallmanagerinnen und Fallmanagern wurden Möglichkeiten zur Vermittlung dieses Personenkreises in Beschäftigungen geprüft und erörtert.

Hierzu wurden im Vorfeld eine Anzahl von Leistungsempfänger/-innen, die für eine mögliche Vermittlung infrage kommen, ausgewählt und zu einem Gesprächs- bzw. Beratungstermin in den Fachbereich Soziales eingeladen.

Unter Berücksichtigung der individuellen Krankheitsbilder und der persönlichen Situation der einzelnen ausgewählten Personen, erfolgte eine Zuweisung zu Einzelgesprächen - entweder bei den Inklusionskoordinatoren des Netzwerkes Arbeit & Inklusion oder bei der Beraterin des IFDs. 

Anhand von Fragebögen, die vom Netzwerk Arbeit & Inklusion entwickelt wurden, wurden persönliche Daten der eingeladenen Personen, aber auch deren Wünsche und Vorlieben für bestimmte Beschäftigungen und Tätigkeitsfelder erfasst. In Einzelgesprächen wurde zudem die persönliche Situation der eingeladenen Personen individuell abgefragt und Hilfsangebote unterbreitet. Einige dieser Personen konnten zwecks Abklärung einer beruflichen Neuorientierung zu weiteren Gesprächen in das Büro der Netzwerkkoordinatoren nach Bochum eingeladen werden und wurden dort bereits vorstellig. 

Das Netzwerk “Arbeit und Inklusion - Mittleres Ruhrgebiet“ verfügt über eine gute Vernetzung mit regionalen Behörden und ca. 600 weiteren Betrieben in Bochum und Herne, bei denen die Bewerber/-innen Praktika ausüben können, um ihre Arbeitsfähigkeit und die persönliche Belastungsgrenze zu erproben. Dort können auch leichte Tätigkeiten, wie z. B. einfache Büroarbeiten, ausgeübt werden.

Als Fazit der Auftaktveranstaltung bleibt festzuhalten, dass bei allen Personen, die an den Beratungsgesprächen teilgenommen haben, eine grundsätzliche Bereitschaft hinsichtlich einer möglichen zukünftigen Beschäftigung bestand und dass man das neue Beratungsangebot des Fachbereichs Soziales als sehr positiv bewertet hat. 

Als Gründe für das Scheitern einer bisherigen Aufnahme einer Beschäftigung sahen die meisten die Angst vor Überforderung, bestehende Antriebsschwächen, Depressionen sowie fehlende Therapieplätze. Hier gilt es, passgenaue Hilfs- und Unterstützungsangebote zu finden und zu vermitteln, ggfs. auch in Kombination mit den geplanten berufsvorbereitenden Maßnahmen. 

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung sind regelmäßige Zusammenkünfte der Pilotarbeitsgruppe sowie weitere Gesprächsrunden mit dem Personenkreis der SGB XII-Empfänger/-innen im Fachbereich Soziales beabsichtigt. 

Menschen mit Behinderungen, die sich für eine Beschäftigung interessieren, können sich auf der Homepage des Netzwerkes “Arbeit und Inklusion - Mittleres Ruhrgebiet“ informieren und sich online unter dem folgendem Link bewerben:

Weitere Infos unter:

https://www.arbeit-inklusion-ruhr.de/Bewerberformular.html

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