Mehr Aufmerksamkeit - mehr Inklusion

 

Mehr Aufmerksamkeit, mehr Inklusion

Inklusionsberater nutzen Buswerbung für mehr Offenheit und Kontakte 

Inklusion – ein wichtiges Thema. Was sie bedeutet, wie man sie macht und mit wem, ist trotzdem vielen nicht bekannt und ungewohnt. Und genau das soll sich ändern, denn Menschen mit einer Behinderung können für viele Betriebe ein großer Gewinn sein. 

Im Mittleren Ruhrgebiet arbeitet das Netzwerk „Arbeit und Inklusion – Mittleres Ruhrgebiet“ seit nunmehr fünf Jahren erfolgreich, um mehr Menschen mit einer Behinderung ins reguläre Arbeitsleben zu integrieren. 2017 erhielt das Netzwerk für Bochum und Herne Unterstützung: Andreas Pauls und Hasan Oktay treiben seitdem unter dem Dach des Ev. Verbundes Ruhr im Rahmen eines Sonderprojektes des Bundesministeriums für drei Jahre die Inklusion weiter voran, indem sie Arbeitgeber beraten und Menschen mit Behinderung bei der Vermittlung unterstützen. 

Seit kurzem halten die beiden Inklusionsberater im wahrsten Sinne des Wortes ihre Köpfe für die Inklusion hin: Ein Bus der Bogestra ist seit Oktober mit ihren Häuptern versehen, um noch mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu wecken. Pauls und Oktay möchten mit dieser auffälligen Werbemaßnahme ein Stück weiter Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung für die Inklusion wecken und Betroffene wie Arbeitgeber aufrufen, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen: „Wir kommen vorbei, beraten und vermitteln. Menschen mit einer Behinderung machen ihren Job genauso gut wie andere und sind überaus motiviert“, so Andreas Pauls. 

Im Bezirk der Arbeitsagentur Bochum waren allein im letzten Jahr über 2.000 schwerbehinderte Menschen arbeitssuchend gemeldet. „Treffen kann es jeden von uns. Es gibt nicht nur angeborene Behinderungen, sondern viele, die erst später im Laufe des Lebens entstehen. In beiden Fällen ist es möglich, gute Arbeit zu verrichten. Bei Bedarf kann der Arbeitsplatz entsprechend ausgestattet werden, weitestgehend ohne dass dadurch Kosten für den Betrieb entstehen. Die Leistungen des Netzwerkes sind ohnehin kostenfrei“, fügt Pauls hinzu. 

Zwischen zwei und vier Personen vermitteln Pauls und Oktay inzwischen im Monat. Tendenz steigend. „Die gute Kooperation mit dem Netzwerk, die gute konjunkturelle Lage, immer mehr Unternehmen, mit dem Mut und der Weitsicht, Vorurteile zu überwinden und die in Menschen mit Behinderung steckenden Potentiale zu erkennen, kommen uns zu Gute“, freut sich Oktay, fügt aber auch hinzu: „Das reicht noch lange nicht.“ Er empfiehlt auch die Website des Projektes www.arbeit-inklusion-ruhr.de, die explizit Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit Behinderung informiert und verbindet. 

Die Agentur für Arbeit hat das Netzwerk Arbeit und Inklusion damals ins Leben gerufen und hat das Sonderprojekt initiiert. Christian Kornberg, Verantwortlicher für den Rehabilitationsbereich bei der Agentur für Arbeit und Mitglied des Netzwerkes, freut sich über das Engagement der Inklusionsberater. Die Bundesagentur als Arbeitgeberin hätte immer selbst Vorbildfunktion, sagt er, und somit sei Inklusion von jeher in der BA-Geschäftspolitik verankert. „Was viele jedoch überhaupt nicht bedenken“, fügt er hinzu: „Wir benötigen jeden Mann und jede Frau auf dem Arbeitsmarkt und sollten schon alleine daher offener und interessierter an Inklusion sein.“ 

Die Netzwerkpartner „Arbeit und Inklusion im Mittleren Ruhrgebiet“ sind:

die Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, die Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, die Kreishandwerkerschaften Ruhr und Herne sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Mark, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Integrationsfachdienst, die Fachstelle für behinderte Menschen, der Paritätische Bochum, die regionalen Werkstätten für behinderte Menschen (Werkstatt Constantin-Bewatt, Altenbochumer Werkstätten, wewole Stiftung, Werkstätten Gottessegen), die Städte Bochum und Herne, die Rentenversicherung Bund und Westfalen und die Agentur für Arbeit Bochum sowie die Jobcenter Bochum und Herne. 

Zum Foto:

(v.l.): Brita Granica (Projektkoordinierung Bildung der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen), Inklusionskoordinator Hasan Oktay, Volker Aengenheister (Teamleiter Reha/SB der Arbeitsagentur Bochum), Inklusionskoordinator Andreas Pauls, Winfried Schaller (Assistenz Reha und Qualifizierung beim Ev. Johanneswerk, Altenbochumer Werkstätten) stellen den Bus mit der Werbung des Netzwerks Arbeit und Inklusion vor. 

Foto: Marc Ahrens 

Kontakt:

Ev. Verbund Ruhr gGmbH

Netzwerk Arbeit und Inklusion Mittleres Ruhrgebiet

Tel. 0234 / 640 830 95

E-Mail: pauls@diakonie-ruhr.de; oktay@diakonie-ruhr.de

 

Zurück